Gäste lernen in Schulwohnung

Seit Jahren pflegen die Eberhard-Schomburg-Schule und die Szkola Specjalna Gubin einen regen Kontakt. Seit Freitag sind sieben Jungen und Mädchen aus Laatzens polnischer Partnerstadt zu Gast in Gleidingen. Es ist der dritte Besuch polnischer Schüler.

Sieben Schüler aus Polen lernen das Leben in Laatzen kennen. Zusammen mit zwei Lehrern, einem Busfahrer und einem Vater sind sie am Freitag angereist.
Am Wochenende haben die 15- bis 22-Jährigen den Park der Sinne und das Rathaus in Hannover besucht, seit Montag nehmen sie in Kleingruppen auch am Unterricht in der Gleidinger Förderschule teil. „Einer unserer Erwachsenen geht immer mit in den Unterricht“, sagt die Gubiner Lehrerin Gabriela Jans. Bei Sprachschwierigkeiten vermitteln sie zwischen den Schülern – allerdings sei das nur sehr selten nötig. „Nach zehn Minuten geht das schon ohne Sprache“, sagt Jans. „Die Schüler gehen sehr offen miteinander um. Sie freuen sich immer schon darauf, sich wieder zu treffen.“ Die regelmäßigen Besuche dienen dazu, das Leben im jeweils anderen Land kennenzulernen. „Das ist für alle eine große Bereicherung“, sagt Schulleiter Harald Köllen. Die Schüler lernen voneinander und überwinden dabei spielend sprachliche Barrieren. Aber auch für den Alltag im Heimatland nehmen die polnischen Schüler etwas mit: Sie übernachten in der sogenannten Trainingswohnung der Schule, in der die Förderschüler mit Lernschwierigkeiten auf ihr späteres, möglichst selbstständiges Leben vorbereitet werden. „Unsere Schüler lernen viel dabei“, sagt Gabriela Jans. „Nach dem Frühstück spülen sie zum Beispiel selbst ab.“ Die Szkola Specjalna hat keine solche Wohnung. Das Konzept kommt bei den polnischen Gästen aber gut an: Jans will anregen, auch in Gubin eine Trainingswohnung für Schüler einzurichten. Ende des Jahres folgt der Gegenbesuch: „Es ist schon eine Tradition geworden, dass wir jedes Jahr im Dezember eine gemeinsame Woche im Riesengebirge verbringen“, sagt Schulleiter Harald Köllen. Sechsmal waren die Gleidinger bereits in Polen zu Gast. Dass die Besuche nachhaltig wirken, zeige sich daran, dass einige Schüler auch später noch Kontakt miteinander pflegen. „Sie erinnern sich aneinander und schreiben sich Briefe“, sagt Jans. Das langfristige Miteinander haben die Schulen auch offiziell besiegelt. Im November 2007 hatten die Schulleiter einen Partnerschaftsvertrag unterschrieben. „Wir sind sehr zufrieden darüber, dass das Zukunft hat“, sagt Köllen.

 30.09.2009 / LKLN Seite 4 Ressort: LAAZ